FÜR SAMMY UND IKE
UND ALL DIE ANDEREN BETROFFENEN HUNDE, DIE BEREITS ZU FRÜH GEGANGEN SIND
UND DIE, DIE NOCH GEHEN MÜSSEN
 
Wir haben uns entschlossen, an dieser Stelle kurze Erfahrungsberichte von unseren eigenen Buben und in weiterer Folge von anderen betroffenen Flatbesitzern zu veröffentlichen. Wir können nur appellieren, zur Vorsorge zu gehen und meinen: "wenn nur ein einziger Flat gerettet bzw. rechtzeitig behandelt werden kann, dann hat dies alles hier einen Sinn":  

 

 
SAMMY - geboren am 25.06.2004, gestorben am 29.06.2013 

 

Sammy wirkte auf uns völlig gesund und zeigte keine -für uns erkennbare- Beschwerden (mit heutigem Wissen gehen wir davon aus, dass Sammy schon lange krank war. Er hat sich zeitweise bereits in jungen Jahren von ganz alleine "geschont" bzw. zurückgenommen. Wir hatten seinerzeit noch nichts von dieser Krankheit gehört und daher auch keinen Herz-US gemacht....).
Im Mai 2013 begann er zu husten und es wurde eine Mandelentzündung diagnostiziert, welche mit Antibiotika behandelt wurde.  

 

Als der Husten Wochen später noch immer nicht besser wurde und er beim Tierarzt kreislaufmäßig etwas angeschlagen vorgestellt wurde, machten wir einen Herzultraschall. Wir wurden mit der traurigen Wahrheit
konfrontiert - Sammy hatte DCM jedoch bereits mit Blutstauungen.
Viel zu spät wurde die Diagnose gestellt und dementsprechend auch nicht adäquat behandelt.

 

Es folgten Wochen, Tage und schlaflose Nächte, in denen er hustete, langsamer wurde und von Schwächeanfällen geplagt wurde. Oft kamen wir beim spazieren gehen nur ca. 200 Meter weit - er keuchte und hustete. Zu Hause quälten ihn  Schwächeanfälle, in denen er  jeweils ca. 1 Stunde lethargisch am Boden lag. Ike wich in diesen Phasen keinen Millimeter von Sammy, bis es ihm wieder halbwegs besser ging.  Wir waren in dieser Zeit unzählige Male beim TA..........Aber es gab auch noch dazwischen ein paar gute Tage, an denen Sammy plötzlich wie ein junger Hund herumhüpfte, spielen wollte und sein geliebtes Balli überall hin mitnahm. Er bettelte nach Keksis und für uns veränderten sich die Prioritäten: wir freuten uns über das betteln ........ 

 

Dann verschlechterte sich Sammy´s Zustand zusehends - es folgte noch eine umfangreiche Untersuchung des gesamten Bauchraumes und der inneren Organe, alles ohne Befund. Ein Herz/Lungenröntgen ergab ein Lungenödem infolge des Drucks vom Herzen und er bekam Entwässerungstabletten verordnet.
Daraufhin ging es ihm 2 Tage besser, bis er am Freitag, 28.06.2013 nicht mehr fressen wollte und sich wie schon öfter beim Gassigehen dahinschleppte. UND er begann sich zurück zu ziehen ........

 

Am Samstag, dem 29. Juni 2013 wollte Sammy wieder nicht fressen und auf unserer letzten kleinen Morgenrunde begann er aufgrund der Blutstauungen in der Lunge Blut zu spucken ..........Zu Mittag mußten wir unseren geliebten Buben mit nur 9 Jahren gehen lassen .......
 

 

IKE - geboren am 29.11.2007, gestorben am 27.05.2015  

  

Wir wurden 2012 das erste Mal auf dieses Thema aufmerksam, nachdem wir von "plötzlich tot" umgefallenen Flatis  und Berichten über DCM auch bei Flatcoated Retrievern hörten.

 

Als allererstes "Warnsignal" hätten Ike´s "epileptoforme Anfälle" im frühen Alter von 1,5 Jahren interpretiert werden können. Allerdings konnten diese Anfälle seinerzeit von keinem der von uns aufgesuchten Haustierärzte zugeordnet werden.......zumal diese Anfälle sehr kurz waren und immer nur zu Hause erfolgten.
Nachdem Ike bereits im Sommer 2011 bei keiner oder geringer Belastung stundenlang zu hecheln begann (was jetzt noch kein Indiz für DCM ist - viele Hunde hecheln im Sommer vermehrt), entschieden wir uns als Vorsorgemaßnahme  für eine kardiologische Untersuchung. 
Sowohl das "abhören" als auch ein angefertigtes EKG waren völlig unauffällig. Wir bestanden auf einem
Herzultraschall, wo dann leider am 25.06.2012 "DCM" diagnostiziert wurde. Ike war zu diesem Zeitpunkt 4,5 Jahre alt. Sein Herz kam noch relativ gut damit zurecht und kompensierte die Herzschwäche noch.
In diesem Krankheitsstadium merkt der Hundehalter überhaupt nichts - der Hund wirkt gesund und agil. 
 

Seit Juli 2013 bekam Ike "Vetmedin" und stand in engmaschiger kardiologischer Kontrolle. Seine Werte hatten sich dank der Medikamente -bei guter Lebensqualität- stabilisiert.

 

Das Allerwichtigste war jedoch für uns, Ike die Lebensfreude zu erhalten. Er durfte weiterhin nach Lust und Laune am Dummytraining teilnehmen und einfach leben wie ein gesunder Hund. Lediglich die Workingtests und das damit verbundene Training hatten wir gestrichen.   
 
Bei der Kontrolle im April 2015 waren Ike´s Werte stabil und er hatte eine "gute Prognose". Im Mai 2015 trat eine kardiologische Verschlechterung ein, die man aber medikamentös behandeln hätte können und sein Allgemeinzustand war sehr schlecht. Es wurde leider auch ein Milztumor diagnostiziert, der bereits gestreut und eine Blutungsanämie verursacht hatte. Da Ike´s Chancen denkbar schlecht waren, ließen wir unseren geliebten Buben mit nur 7,5 Jahren gehen....
 
 

Nachstehend veröffentlichen wir weitere uns zur Verfügung gestellte Erfahrungsberichte von Betroffenen  - vielen Dank dafür!

 (Alle Flats stammen aus FCI-Zuchten)

 

 

ODIN (27.05.2007-15.11.2011)

 

"Odin wurde das erste mal mit 10 Monaten in einer Salzburger Tierklinik geschallt, da ich nach dem plötzlichen Versterben unsere Flathündin Gewissheit wollte. Es wurde auch ein EKG gemacht – das war vollkommen unauffällig. Keine Extrasystolen etc. Am Schall sah man, dass die Herzaußenwand  insgesamt um ca. 1/3 dünner war, als es bei einem Hund seiner Größe zu erwarten gewesen wäre.

Wir machten nichts weiter, sondern warteten auf den nächsten Termin mit ca. 18 Monaten. Da fuhr ich dann zu einem Herzspezialisten nach Wien und ließ ihn ohne Vordiagnose anschauen. Er kam zum Ergebnis: "leichte DCM, Prognose gut". Zur Behandlung schlug er Vetmedin und Fortekor vor. In Absprache  mit der Salzburger Tierklinik gaben wir unserem Sonnenschein mal nichts, da er keine Probleme hatte und für mich die Risiken und Nebenwirkungen der Medikamente in keinem Verhältnis zur Erkrankung standen.

Wir beschlossen Odin zwar zu schonen, aber weiter Hund sein zu lassen, bis seine halbjährlichen US  und EKG Ergebnisse eine Verschlechterung vermuten ließen. Wir unterstützten ihn nur naturheilkundlich mit einem Weißdornpräperat. Akkupunktur war laut chinesischer Pulsdiagnose nicht angebracht, da seine Pulse eigentlich gut waren (Odin wurde ca. halbjährlich von einem TCM Spezialisten untersucht).

 

Das war nie der Fall, bis im Juni 2011 eine minimale Verschlechterung zu sehen war. Auffällig im Alltag war es aber definitiv nicht. Wir entschlossen uns schweren Herzens "Vetmedin" (wo als  Nebenwirkung „plötzlicher Herztod“ angegeben wird) und "Fortikor" in minimaler Dosis zu geben. Anfangs vertrug er es sehr schlecht, er fraß sehr wenig und war antriebslos – gar nicht mehr mein lustiger Hund. Das gab sich aber nach ca. 1 Monat. Bei der Kontrolle im August sah alles sehr gut aus – allerdings wurde da kein US gemacht, nur EKG und abhören. Odin war wieder fast der alte, motiviert und hätte wieder im wahrsten Sinn des Wortes Bäume ausgerissen wenn wir ihn gelassen hätten (er bracht ja immer von seinen Spaziergängen mindestens einen Holzprügel nach Hause, die hatten aber teilweise 5kg und mehr!)  Wir dachten, gut jetzt renkt sich alles ein, der Körper hat sich umgestellt und er wird wie viele andere Herzpatienten auch, mit diesen Medikamenten alt werden.

Leider war das aber nicht der Fall. Er verstarb im November 2011 am frühen Abend. Als wir nach Hause kamen, lag er in Seitenlage tot im Stiegenhaus,  dort wo er immer lag wenn er auf uns wartete.  Seine Zunge war blau, die Schleimhäute auch, der Tod überraschte ihn im Schlaf. Ich denke nicht, dass er was mitbekommen hat, da er ganz entspannt in Seitenlage lag, wie er es immer beim Schlafen tat.  Wir brachten ihn noch zum TA, obwohl uns klar war, dass er tot war und dieser bestätigte dann noch seinen Tod durch DCM. Odin wurde 4 Jahre und 6 Monate.

 

Seine Schwester verstarb ein halbes Jahr vorher ebenfalls an diagnostizierter DCM. "

 

 

JANINA

 

"Janina wurde nie geschallt und hatte auch kein EKG. Sie war unser erster Flat und eigentlich immer gesund. Auch mit ihr gingen wir jeden Tag nach dem ersten Lebensjahr 1 Stunde morgens und eine Stunde abends spazieren. Sie schwamm fast täglich Sommer wie Winter.

Sie wurde nur 3,5 Jahre. Sie starb an einem kühlen Sommertag auf dem abendlichen Spaziergang beim Apportieren. Sie lief auf mich zu, ein Winsler, ein Torkler und sie fiel ins hohe Gras. Bis ich bei ihr war (ca. 25m) waren  keine Reflexe mehr vorhanden. Die Zunge war nicht blau. Wir brachten sie zum TA, der auf ein Aneurysma oder plötzlichen Herztod tippte. Sie wurde nicht obduziert. Wir gingen deshalb von einem Aneurysma aus, da uns gesagt wurde, der Flat hat eigentlich kein Problem mit dem Herzen. Sie hatte defintiv nichts in der Luftröhre (anfangs dachte ich, dass sie vielleicht beim Aufnehmen was verschluckt hätte und das zum plötzlichen Tod geführt hätte)  Auch war vorher angeblich nichts bekannt in dieser Zuchtlinie.

 

Da uns das Wesen von unserer Chiara (so haben wir sie gerufen) so gefallen hatte, haben wir dann von Janinas  Schwester Jilli einen Sohn zu uns geholt – unseren Sonnenschein Odin......"

 

 

GEMMA

 

"Mein Name ist Tanja und ich bin seit 2007 stolze Besitzerin von Gemma. Ich habe lange nach der passenden Rasse gesucht und Gemma mit viel Bedacht ausgesucht, denn sie sollte an meiner Arbeitsstelle als Therapiebegleithund, sowie als Rettungshund eingesetzt werden.

Sie ist ein kleiner Engel! Von klein auf hat sie mich überall hin begleitet und jeden um „die Kralle“ gewickelt. Auch als Rettungshund war und ist sie immer begeistert bei der Sache.

 

Ihre Gesundheit liegt mir sehr am Herzen und so ging ich wie jedes Jahr auch 2012 zu einem routinemäßigem Check zu meiner TÄ. Diese horchte lange ihr Herz ab und erklärte mir dann, sie höre ein Geräusch, welches sie nicht eindeutig zuordnen könne. Für eine genauere Klärung solle ich Gemma bei einer Kardiologin vorstellen. Dies tat ich natürlich. Auch die Kardiologin hörte sie ab, allerdings ohne Ergebnis. Doch das Herzultraschall zeigte eine Veränderung der Herzmuskulatur und so bekamen wir die Diagnose „DCM“. Die Kardiologin zog gerade mit der Praxis um und verabschiedete uns mit den Worten: „Ich kann sie leider nicht weiter behandeln, hier sind die empfohlenen Medikamente. Wenn ihr Hund ein  Dobermann wäre, hätte er noch 6 Wochen zu leben, so kann ich Ihnen leider nichts Genaues sagen.“

 

Wie vom Schlag getroffen verließen wir die Praxis und wussten zunächst gar nicht, wie wir reagieren sollten. Eine befreundete Tierärztin empfahl mir, eine zweite Meinung einzuholen und so stellte ich Gemma einige Wochen später einer zweiten Kardiologin vor. Zeitgleich wurden Blutuntersuchungen und ein EKG gemacht. Die zweite Diagnose: „Ein Sportlerherz! Sie müssen keine Medikamente mehr geben! Zur  absoluten Absicherung schauen wir in 6 Monaten noch einmal drauf!“ Ich war so erleichtert! Wusste ich doch mit der ersten Diagnose kaum umzugehen…

 

6 Monate später, im Februar 2013, wurde dann jedoch bei der Nachuntersuchung eine eindeutige Verschlechterung festgestellt und damit war nun endgültig klar: Gemma hat DCM.

 

Sie bekommt nun seither wieder Medikamente und ich musste mich mit der Frage auseinandersetzen, wie sehr ich sie belasten darf/kann. Wir entschieden uns dafür, ihr die Freude am Leben und damit auch ihre Aufgaben zu erhalten. Sie ist immer noch begeistert dabei und man merkt ihr bis heute kaum an, dass sie krank ist.

 

Im Mai 2013 wurde sie erneut untersucht um die Einstellung der Medikamente zu begleiten und wir bekamen ein sehr positives Ergebnis! Die Herzkammer hat sich wieder verkleinert und die Werte des Herzens sind annähernd normal. Nun hoffen wir darauf, dass die Medikamente sie weiterhin so gut stabilisieren und wir noch eine lange gemeinsame Zeit haben.

 

Auch wünschen wir allen anderen Betroffenen viel Kraft und alles Liebe! "  

 

 
ONYX, geboren am 26.11.2010
 
Im Jänner 2011 zog Onyx bei uns ein. Er zeigte bis Anfang März 2015 einen gesunden Zustand und hatte nie große Beschwerden. Onyx ist ein lebensfreundlicher, lustiger, treuer Lebensbegleiter, der mit seinem freundlichen Wesen jedes Herz erobert.
Die erste Märzwoche 2015 (Mittwoch) fing bei uns mit einem Tierarztbesuch an, da Onyx Husten hatte. Nachdem festgestellt wurde, dass er eine Mandelentzündung hatte und Antibiotika gespritzt bekam, ging es ihm danach

einen Tag wieder gut.

Dies änderte sich leider wieder rapide: in der Nacht von Donnerstag auf Freitag atmete er um einiges schwerer als zuvor. Am Freitag/Vormittag wurde ich direkt von meinem TA sofort auf die VetMed überwiesen; ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass etwas mit seinem Herz oder seiner Lunge nicht stimmt.....an der VetMed angekommen, ohne lange zu warten, wurden wir aufgerufen.Die Untersuchung begann, es dauert nicht lange - DCM.

Die Diagnose, dass Onyx sehr schwer krank ist, schockierte mich so sehr, dass mir plötzlich schwarz vor den Augen wurde. Ich musste Onyx auf der VetMed lassen, da leider sein Zustand so kritisch war, dass man nicht wusste, ob er die Nacht übersteht. Nach einer schlaflosen/sorgenvollen Nacht kam Samstag Nachmittag endlich der Anruf, dass er auf die Infusionen bzw. Medikamente gut reagiere und wenn sich sein Zustand nicht wieder verschlechtert dürfe er Sonntag nach Hause.

Am Sonntag Mittag holte ich ihn nach Hause und sein Zustand war fast wie wenn nichts gewesen wäre. Ich wusste ab diesem Zeitpunkt, dass wir auf einiges achten müssen. Trotzdem ermögliche ich ihm das meiste was er gern

macht, zwar mit Maß und Ziel, aber wie es sprichwörtlich heißt "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist".Eine Woche darauf hatten wir Nachuntersuchung, wo er Lungenröntgen und ein Herzultraschall gemacht wurde -

der Kardiologe und noch einige Ärzte hätten nie geglaubt, dass es Onyx nach einer Woche wieder so gut gehe, da

sein Zustand sehr kritisch war.
Ende März wurden Onyx die Mandeln entfernt, da diese wieder stark entzündet waren, welche nur dem Herzen schaden würden. Seitdem muss Onyx einige Medikamente nehmen und einmal im Monat zur Herz-Ultraschalluntersuchung.
 
Es hat mich sehr getroffen, da ich 4 Jahre der Meinung war, dass Onyx gesund ist und plötzlich von einem Tag auf den anderen in Lebensgefahr war. Ich möchte jedem meine Erfahrung weitergeben und empfehle, dass man mit seinem Hund im Alter von 2-3 Jahren eine Vorsorgeuntersuchung inkl. Herz-Ultraschall macht.
 
Meinem Onyx geht's im Grossen und Ganzen gut, natürlich ist er schneller müde und es gibt gute und schlechte Tage, aber wir genießen die Zeit miteinander.
Wünsche allen Betroffenen viel Kraft und Alles Gute!